11.06.-28.06.19 – Midsommar – Wildschweine – Autohopping

11.06. – Zurück in Schweden – Nachdem wir ein schönes Pfingstfest mit der Familie in Hamburg gefeiert haben, machen wir uns am Dienstag wieder auf den Weg nach Schweden. Auf dem Weg, noch in Deutschland, ´plündern´wir den Aldi, um noch möglichst günstig einzukaufen. Am Dienstag schaffen wir es nicht bis zum Ziel und übernachten irgendwo auf einem Rastplatz. Am Mittwoch leisten wir uns noch einen Abstecher zu unserer Lieblingsstadt Mora. Am Donnerstag und Freitag regnet es aus vollen Wolken und so haben wir gar keine Lust, unsere Sachen aus dem Auto im Boot zu verstauen. Am Samstag ist das Wetter endlich besser und wir rüsten uns für die Weiterfahrt. Am Nachmittag laufen wir aus. Wir wollen auf eine Insel, in den Sommerhafen des Sandarner Bootklubs. Auf der Fahrt dorthin zieht Nebel auf und wir sehen mal wieder nichts…Zum Glück können wir uns auf das GPS verlassen 😅

16.06. – Enskär – Marviken – Mr. Gnadenlos klingelt um 6.30 Uhr. Wir wollen sehen, ob der Nebel verschwunden ist. Ist er, also los. Wir haben es zwar nicht weit, aber der Wetterbericht sagt schon wieder Nebel voraus. Die Fahrt ist völlig unspektakulär!! Kein Wind, keine Welle, keine anderen Boote…nur Inselchen und jede Menge Steine. Erst in der Hafeneinfahrt von Marviken wird es wieder spannend. Steine kurz unter der Wasseroberfläche, sehr enge Einfahrt und der Hafenmeister, der uns von sehr wenig Wasser in seinem Hafenbecken erzählt…Wir legen trotzdem an, können uns ja dank unserem einziehbaren Kiel sehr ´klein´machen 😇!! Dann packen wir die Räder aus und fahren 12 km zu unserem Auto. Sport muss sein… Hier gibt es nämlich kleine Gutis, die heißen Bilar und schmecken einfach zu gut… Während der Fahrt kommen wir auf die Idee, das Auto gleich noch einen Hafen weiter zu stellen. Von dort sind es dann nochmals 18 km 😖 zurück zum Boot. Dort angekommen, brennt der Hintern aber der Psyche geht es gut. Ich koche Sonntagsbraten (Hack im Omnia) dazu gibt es Reis, Sauce und Salat. Nach der Anstrengung haben wir uns das verdient…

20.06. – Marviken – Norrsundet – Gävle – Öregrund – Mal gleich vorweg… ES IST SOMMER IN SCHWEDEN!!!☀️ Es ist jetzt zehn Uhr am Abend und ich sitze noch in kurzen Hosen draußen!!! Das hatten wir 2015 nie! Am Montag starten wir in Marviken. Der Wind pustet schon ganz gut, aber leider aus der verkehrten Richtung. Erst später auf der 22 Seemeilen langen Fahrt können wir das Vorsegel nutzen. In Norrsundet angekommen, fahren wir wieder mit dem Fahrrad nach Axmar und holen das Auto. Diesmal sind es 24 km. Am Abend probiere ich Rosmarin-Kartoffeln im Omnia. Sie werden super und nein, ich will hier keine Werbung machen für das Teil ! Am Dienstag meldet Mr. Gnadenlos, dass die Nacht zu Ende ist. Um sechs raus aus der Koje. Wind mit 3 Bft und aus der richtigen Richtung! Wir setzen alle Segel und genießen die Ruhe. Doch die Gemütlichkeit dauert nicht lange. Der Wind nimmt immer mehr zu und dreht weiter nach Süden, da wo wir hin wollen. Kurz vor Gävle können wir den Kurs nicht mehr halten und nehmen die Segel runter. In der Einfahrt steht eine hohe Welle und der Wind bläst jetzt mit 6 Bft auf unsere Nase. Der Motor schafft es ganz knapp uns in den sicheren Hafen zu bringen. Dann fahren wir mit dem Rad 35 ! km. Die Räder sind eigentlich dafür ausgelegt, im Hafen damit zum Klo zu radeln… und holen das Auto. Am Mittwoch legen wir um elf vormittags ab. Wir haben 51 Seemeilen vor uns, um in den Öregrund zu kommen. Morgen soll das Wetter nicht so gut sein und bei Nordwind ist die Fahrt im Öregrund sehr ungemütlich wie man uns sagte. Zuerst können wir segeln, doch dann schläft der Wind ein. Am Kap „Björn“ sehen wir ein dickes Gewitter 🙈 und machen erstmal an einer SXK Boje fest und beobachten, wo es hinzieht. Zum Glück nicht in unsere Richtung, es bleibt an Land. So fahren wir wieder weiter. Als wir auf den Ort Öregrund zufahren, sehen wir wieder mehrere Gewitter und in der Ferne den Regen und das unruhige Wasser vom Wind. Wir ziehen unsere Regenjacken an. Und haben wieder Glück. Es passiert nix, das Gewitter zieht weg und wir erreichen trocken und glücklich um 20.30 den Hafen. Hier liegen fünf deutsche Segelboote, einige schwedische Yachten und im Ort ist viel los. Klar, denn am Freitag wird hier groß „Midsommar“ gefeiert. Am nächsten Tag bleiben wir hier. Am Abend wird es wieder schwarz am Himmel. Der Hafenmeister kommt zu uns und sagt uns, wir sollten das kleine Gassiboot noch fester binden, da ein Tornado gesichtet worden ist, der in unsere Richtung rast… Also da wird einem schon anders…Wir zurren alles fest und fangen an zu beten… Das Gewitter kommt, es regnet heftig, doch starker Wind und Tornado kommen nicht. Wieder Glück gehabt 😇

21.06. – Midsommar – Schon am Donnerstag Abend wird es laut im Ort. Nachdem sich das Gewitter verzogen hat, sind alle wieder draußen und fangen schon mal an zu feiern. Amy-Schlitten fahren durch die Gegend mit lauten Motoren und noch lauterer Musik. Am Freitag wollten wir weiterfahren, so war der Plan. Doch Pläne sind dazu da, sie zu ändern…😇 Wir fragen den Hafenmeister, wo hier traditionell Midsommar gefeiert wird. Er freut sich an unserem Interesse und beschreibt uns den Weg. Um drei soll es losgehen. Ein kleiner Garten in der Nähe vom Glockenturm. Wir machen es den Schweden nach und setzen uns auf die Wiese, wo schon der Baum bereit liegt. Dann gibt es eine Begrüßung, danach spricht ( predigt ? ) die Pastorin. Was sie sagt, verstehen wir natürlich nicht, wundern uns jedoch, dass es in der Menge, nach anfänglicher Ruhe, immer lauter wird. Also folgern wir, dass es nicht besonders fesselnd ist, wovon sie spricht. Dann wird es ziemlich laut, die Menge unterstützt mit lauten Rufen die Männer, die den Baum aufstellen. Als er steht und der Mann mit der Gitarre seinen Platz eingenommen hat, entsteht in der Menge eine Dynamik, der ich mich nicht entziehen kann und will. Ich möchte auch tanzen!! 😀 Also lasse ich mich mit der Menge mitziehen.Wir stehen in mehreren Kreisen um den Baum, fassen uns an die Hände und los geht es mit dem Tanz. Ich verstehe nicht, was sie singen, aber vom Nachbarn gucke ich mir die Bewegungen und Gesten mit den Händen einfach ab. Das klappt wunderbar und ich habe richtig Spaß !! Nach einer Stunde ist der Spuk vorbei und jeder geht seiner Wege. Im Hafen an unserem Liegeplatz wird auch kräftig gefeiert, leider schon seit Mittag, d.h. sie haben schon so viel Promille im Blut, dass wir uns lieber auf unser Boot zurückziehen. Am nächsten Tag fahren wir weiter in den Sund auf der Suche nach einer lauschigen, ruhigen Ankerbucht. Wir finden sie, sind aber nicht alleine hier. Zwei schwedische Segler haben mit Landleinen an Felsen festgemacht und ihre laute Musik ist nicht zu überhören. Sie feiern immer noch! Das gute, warme Wetter lädt aber auch dazu ein. Ich vertiefe mich in mein Buch und beschließe, heute nicht zu kochen…😎

27.06. – Erikshäll – Yxeln – Norrtälje – Nachdem wir zwei Nächte in Erikshäll am Anker verbracht haben und das abendliche Gassi eher einem Versteckspiel „ich seh dich, ich seh dich nicht“ gleicht, haben wir genug von dieser schönen Bucht. Auf der Insel, die sich zum Gassi gehen eignet ( die anderen sind viel zu klein und mit Unkraut überwuchert) wimmelt es von Wildschweinen…🐷 Diesen wollen wir nicht wirklich begegnen, also lichten wir den Anker. Das Wetter ist himmelblau, der Wind lädt zum Segeln ein. Der Wetterbericht für die nächsten Tage sagt uns Südwind voraus. Dies ist ungünstig, um an der Insel Väddö auf der Seeseite voran zu kommen. So entschließen wir uns für unsere erste Kanalfahrt. Zwei Brücken müssen für uns geöffnet werden, die anderen sind hoch genug! Bevor es soweit ist, ankern wir noch in einer geschützten Bucht an der Insel Yxeln. Ich habe Grillfleisch im Kühlschrank, doch auch auf dieser Insel findet sich kein geeigneter Grillplatz. Also zaubere ich ein Risotto (Hajo liebt Reis) „Risi Bisi“ ohne Bisi, aber mit Mais, Pilzen und Ananas. Dafür ohne Omnia…🙈 Ist trotzdem essbar geworden und meinem Kapitän hat es geschmeckt 😅 Am nächsten Tag dann ab durch den Kanal… es wird eng, es wird flach, die Brücken öffnen pünktlich und wir bekommen eine Menge zu sehen. Wir merken, dass wir der Hauptstadt Stockholm immer näher kommen, da die Häuser und Grundstücke schöner und reicher aussehen! In Norrtälje angekommen, ankern wir kurz vor dem Hafen. Ja, wir sind zu geizig für die Hafengebühr 😐 und wollen hier noch ein wenig die Ruhe genießen, zumal ruhiges Wetter angesagt ist. Am nächsten Tag… Dauerregen!!! Nach dem Frühstück ziehe ich mich gleich wieder mit meinem Buch in die Koje zurück…Gassi gehen und nass werden muss Hajo! 😉 Am Abend sagt uns der Wetterbericht Starkwind aus Nord. Wir liegen völlig ungeschützt, also lichten wir den Anker und fahren in den Hafen. Dort angekommen, herrscht hier reges Treiben! Boote werden auf die andere, besser geschützte Stegseite verholt und zusätzliche Leinen an den Booten befestigt…Noch ist alles ruhig…zu ruhig…in der Nacht um drei fängt es an zu stürmen. Der Wind heult im Mast und zerrt an den Leinen. Wir stehen auf und packen unsere „Podlogar-Hütte“ ein. (Plane über der Plicht) Auch wir bringen nun zusätzlich eine „Spring“ an. (Leinenverbindung an der Seite des Bootes) , damit die Vor- und Achterleine entlastet wird. Dann gehen wir wieder in die Koje. Am Morgen verlassen wir wie geplant das Boot und fahren mit Bus und Bahn nach Bönan (Gävle) und holen unser Auto. Am Ticketschalter in Norrtälje ist die Verkäuferin so nett und macht uns darauf aufmerksam, dass wir über eine bestimmte App günstiger an die Fahrkarten kommen! Das probiere ich natürlich sofort aus und… es klappt. Wir kommen nicht nur dahin wo wir wollen, sogar auch noch zu einem annehmbaren Preis. Als wir unser Auto unbeschädigt wiedersehen, freuen wir uns wie Schnitzel, dass wir als „Dörfler“ alles so gut hinbekommen haben 😀 Wir kaufen die fehlenden Dinge ein und fahren zurück zum Boot. Dreieinhalb Stunden haben wir mit dem Bus und Bahn gebraucht und drei Std mit dem Auto zurück. Queeny musste inzwischen auf dem Boot ausharren…🙈 Sie hat gut aufgepasst!! Die Wiedersehensfreude kommt Sylvester gleich !! Wieder an Bord, verstauen wir die Lebensmittel und genießen die heiße Dusche im Hafen 😆 Noch am Abend diskutieren wir den nächsten Tag. Norrtälje ist uns nicht sicher genug für unser Auto. So entschließen wir uns für den Hafen Bullandö auf der Insel Värmdö. Dorthin werden wir morgen unser Auto bringen…🚐

28.06. – Mal ohne Boot– Zwei Stunden brauchen wir mit dem Auto. Wir müssen mitten durch Stockholm, um nach Värmdö zu kommen. Das Auto steht sicher im Hafengelände, ein Tor verhindert unbeliebten Besuch 😅. Der Bus hält gleich gegenüber. Vom Busfahrer erfahre ich, dass in Stockholm und Umgebung eine andere App zuständig ist. Er zeigt sie mir, sagt aber, dass ich erst kurz vor Fahrantritt das Ticket kaufen soll… ich verstehe das nicht…🤔…aha, man lernt nie aus! Als ich das Ticket dann übers Internet kaufe, sehe ich, dass dieses auf 70 Minuten zeitlich begrenzt ist. Mit dem Bus fahren wir eine Stunde, müssen dann in Stockholm umsteigen in die U-Bahn. Hier ist das Ticket auch noch gültig. Erst im zweiten Bus, der dann auch wieder eine Stunde bis Norrtälje braucht, müssen wir wieder ein Ticket lösen. Ich finde das System genial. So zahlen wir für die weite Reise und zwei Personen nur 17,50€. Zurück am Boot ist erstmal Queeny dran. Wir entscheiden uns für eine weitere Hafennacht, da wir keine Lust auf Stress haben und „Ed´s Burger“ testen wollen. Wir sind begeistert! Ein richtig leckerer Burger mit Pommes 😋! Kein Vergleich zu Mc D…..

10 Kommentare zu „11.06.-28.06.19 – Midsommar – Wildschweine – Autohopping

  1. Danke für deine Mühe,uns an eurer Reise teilhaben zu lassen.Du schreibst sehr anschaulich,das macht Spaß👍🏼Weiter so .👏🏻❤️🍀⛵️

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  2. Tornado hin Tornado her das Segeln ist nicht schwer……also schneller im Göta-Kana! Weiter gutes Wetter, passenden Segelwind, gute Omnia Rezepte, grosser Bilarvorrat und ne gute Radlerhose! Herzallerliebste Grüsse!

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    1. Hallo Vivi und Peter!
      Herzlichen Dank für den netten Kommentar! Die Radlerhosen haben wir leider vergessen… ! Aber die Radlerhelme haben wir dabei 😂 Ganz liebe Grüße von uns ⛵️ HKQGretchen

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  3. Hey ihr 2, wir lesen immer fleissig mit und, Katja, du schreibst so gut, wie eine Schriftstellerin. Mit euren abenteuerlichen Erlebnissen können wir nicht mithalten, aber unsere Jungfernfahrt ist auch nicht ohne. LG Franzi und Toni😉

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    1. Hallo ihr Gummiboden Fan´s 😃 Vielen Dank für das Lob. Es freut mich riesig, dass ihr uns verfolgt!! Und ihr Spaß am Lesen habt 😘
      Ganz liebe Grüße HKQGretchen ⛵️

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  4. Moin! Schaut ja auch nach Sommer aus, aber hoffentlich nicht so heiß wie hier! Die Elbe kocht bald! Weiter eine schöne Zeit mit lieben Grüßen

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